Erwin rettet die Möhren
Esel Erwin liebt Möhren! Doch aus irgendeinem Grund hat er sie schon seit geraumer Zeit nicht mehr bekommen. Er bekommt aktuell nur noch Kohl und ab und zu mal ein paar Äpfel… Äpfel sind ja schön gut, aber können Heiner
guten Möhren halt nicht das Wasser reichen! Und so beschließt Erwin mal nachzuforschen wo denn das Problem mit der Möhre liegt. Am Abend, wenn niemand mehr auf dem Hof ist, kann er ganz ungestört herumlaufen und seine Nachforschung vorantreiben. Sein erstes Ziel ist natürlich das Lager. Erwin kennt sich hier bestens aus, ist er schließlich seit knapp 4 Jahren auf dem Hof. In vier Jahren hat man viel Zeit und kann sich einen genauen Überblick verschaffen. Also, erstes Ziel das Lager. Das Vorhängeschloss ist mal wieder nur eingehängt aber nicht abgeschlossen. Typisch! Ein eleganter Schlag mit dem Hinterhuf lässt das Schloss aus der Halterung springen und schon ist die Tür offen. Hmm, denkt Erwin, „Kohl sehe ich, und da sind auch die Äpfel, sogar Birnen gibt es, bestimmt aber nur für die beschissenen Pferde, arrogante Viecher!“ „Also Möhren sind hier keine, vielleicht nebenan im Schuppen?“ Die Tür vom Schuppen ist leider abgeschlossen und so bleibt Erwin nur der Blick durch das dreckige Fenster, durch das man aber so gut wie nix erkennt. Erwin versucht es trotzdem und auch hier kann er keine Möhren entdecken. Dann sind die bestimmt in der Küche! Erwin trabt rüber zur Küche, aber auch hier steht er vor verschlossener Tür. Beim Blick durch das Fenster kann er aber dass Buffetschild erkennen auf dem Möhrensalat durchgestrichen ist und es somit selbst in der Küche für die Menschen es keine Möhren gibt. „Anscheind haben wir Möhrenmangel auf dem Hof. Sowas hab ich in den vier Jahren hier auf dem Hof und in den sechs Jahren die ich Lebe ja noch nie erlebt! Möhrenmangel… „Von wo kommen die Möhren?“ brabbelt er nicht wirklich leise, schon eher laut vor sich hin. „Vom Bauern neben an. Sein Feld ist doch nur einen Eselsprung entfernt. Schauen wir doch da noch schnell vorbei.“ Am Feld angekommen traut Erwin seinen Augen nicht, eine Armee von Hasen, bewaffnet mit Rucksäcken, Holzkarren und einem… „was ist das denn? Sieht aus wie eine Art Seilsystem welches unter die Erde führt. Und Schusssichere Westen haben sie auch an. Das wird ihnen nicht helfen!“ Erwin sprintet los, seine Adern in den Augen sind knalle rot und stehen kurz vor der Explosion, dass Maul ist nur einen Spalt geöffnet, weil er denkt, so gefährlicher auszusehen und mit wilden rufen „Ihr Möhrendiebe, lasst meine Möhren in Ruhe“ läuft er auf sie zu. Die Hasen sind etwas verdutzt, lassen sich aber nicht weiter irritieren und machen weiter, als ob es Erwin gar nicht gäbe. Bei den Hasen angekommen packt er sich einen der Hasen und will ihn ordentlich durchschütteln, da ist der aber schon wieder entwischt und hoppelt rüber zu seinem Hasenbuddy. Es sieht so aus, als würden sie irgendwas tuscheln, Erwin hat zwar gute Ohren, aber sie sprechen zu leise und haben dazu noch irgendeinen seltsamen Dialekt. Oh jetzt kommen zwei auf ihn zu. Erwin hat doch keine Angst vor zwei Hasen, wobei es ihm schon zu bedenken gibt, dass sie schusssicherewesten tragen. Aber um Erwin einzuschüchtern braucht es schon etwas mehr als zwei kleine Hoppelhasen. Und plötzlich schießt es aus den Löchern vom Acker, wo vorhin noch die Möhren drin steckten lauter Hasen die mit Karatesprüngen auf Erwin zu fliegen und dabei ebenfalls etwas brüllen. Nur leider wieder mit diesem Dialekt, den Erwin nicht versteht und auch keine Ahnung hat, wo man so spricht. „All right Erwin,“ spricht er sich Mut zu „Jetzt kommts drauf an! Mann oder Maus? Natürlich MAAAAAAAAAAAAN“ schreit er und bläst damit zur Gegenattacke. Eine wilde Rauferei zwischen Erwin und den Rambohasen beginnt. Erwin tritt und schlägt wild um sich, da es einfach zu viele sind. Aber er hält sich wacker und kann einige Körpertreffer landen. Aber auch er wird hart am Gesäß getroffen und tritt sofort wieder zurück. Mit so einer harten Gegenwehr haben die Hasen offenbar nicht gerechnet. SIe ziehen sich zurück um sich neu zu formatieren. Erwin ist heiß, er steht nur noch auf den Hinterbeinen und die Vorderbeine schwingend wie Mohammed Ali zu seinen besten Zeiten. ÖÖÖÖDAAGGGGGGEEEEE ruft einer der Hasen und es geht in die zweite Runde. Es sieht so aus als ob Erwins Kräfte nachlassen, NEIN! ein Täuschungsmanöver, er kommt mit voller Kraft zurück und kann einen Hasen nach dem anderen von sich abschütteln und mehrere gute Treffer landen. Ein Hase rennt zum Feld, klettert hinunter und schwänkt die weiße Fahne! Die Hasen geben auf! Erwin hat gewonnen!!! Erwin hat die Rambohasen besiegt! Mit geschwollener Brust trabt Erwin rüber zu den Hasen um seinen Lohn einzufordern. „Gebt mir meine Möhren! und tragt sie mir in meinen Stall!“ Erwin ist von sich selbst erschrocken wie er plötzlich redet und Befehle auspricht. Die Hasen tun wie befohlen und bringen so viele Möhren wie sie tragen können und auf den Karren passen in Erwins seeliges Heim. Als alle Möhren rübergebracht wurden und die Hasen das Schlachtfeld verlassen haben, swingt Erwin nahezu mit lockerem Siegerschritt, der Champ, in seine Hütte und kann es nicht glauben. Ein riesen Haufen Möhren, direkt in seinem Stall. Zum Sofortverzehr oder für später? Er kann es sich aussuchen!
