Ein Papagei Namens Fridolin
Fridolin ist ein stolzer Papagei der tief im Urwald Südamerikas lebt. Fridolin wird von allen geliebt und ist ein gern gesehener Gast auf jeder Party in den Baumkronen seines Urwaldds. Er spielt gerne mit den anderen Papageien, macht ab und zu etwas schabernack und ist dazu noch ein begnadeter Koch. Eigentlich sollte Fridolin ein sehr glücklicher Papagei sein, wenn da nicht das Problem mit seinem Gefieder wäre… er hat nämlich keins. Fridolin hat keine Federn und kann somit auch nicht fliegen. Er ist stets auf die Hilfe anderer angewiesen oder muss sich hüpfend und kletternt fortbewegen. Man weiss nicht wieso er kein Gefieder hat. Er ist in seinem Volk auch der erste und einzige, bei dem das jemals vorkam. Es wurde bereits vermutet, dass Fridolin gar kein echter Papgei sondern vielleicht eine Katze ist. Dieses Gerücht haben seine Eltern aber zum Glück ganz schnell klargestellt und versichert, dass Fridolin der Sohn eines ganz normales Papageien Ehepaars ist. Und er halt ein besonderer Papgei ist. Papageien sind sehr tolerant und somit war Frdolin niemals ein Außenseiter oder ähnliches. Und Fridolin ist auch sehr glücklich darüber, dass er so akzeptiert wird, wie er ist. Aber nichtsdesttrotz wäre er halt gerne ein ganz normaler Papagei, der durch die Lüfte fliegt, sein Gefieder aufstellen kann um bei den Weiblichen Papageien Eindruck zu schinden und einfach nicht mehr der Sonderling zu sein. Also beschloss er eines Tages sein Schicksal von nun an selbst in die Hand zu nehmen. Also hüpfte und kletterte er durch den Urwald und sammelte kleine Stöcker, herunter gefalleme Blätter und zapfte von verschiedenen Früchten den Saft ab. Manche Früchte gaben einen roten, und manche Früchte gaben einen grünen Saft. Fridolin sammelte den Saft in ausgehöhlten Avocados und hüpfte zurück in sein Heim. Dort hatte er nun die kleinen Äste, die Blätter, Lianen und den Saft der unterschiedlichen Früchte. Zuerst baute er sich einen Schreibtisch, um eine Skizze für sein Projekt anzufertigen. Gesagt getan. Er war so voller Eifer, dass er gar nicht bemerkte, wie die Zeit verflog und er doch eigentlich noch das Essen für die Party im Gipfel 9 zubereiten sollte. „Das kriege ich noch hin“ sprach er zu sich selbst. Legte den Bleistift zur Seite und fing sofort mit der Zubereitung der Speisen an. Alles lief nach Plan und Fridolin hatte nur 10 Minuten verspätung, was bei Papageien aber kein Problem ist, denn sie plappern meistens so wild umher, dass sie die Zeit gar nicht im Auge haben. Nachdem Fridolin die letzte Platte ablegte, wollte er sofort wieder aufbrechen um an seinem Projekt weiter zu arbeiten. Da hatte er die Rechnung aber ohne seinen Kumpel Harry gemacht, dem sofort aufgefallen war, dass Fridolin schon auf dem Sprung war. „Fridolin“ rief er „wo willst du hin? Bleibst du etwa nicht?“ „Ich muss los“ antwortete er nur ganz knapp „wir sehen uns bald in der Luft“ stieß er noch aus und machte sich auf den Heimweg. Zu Hause angekommen war er dann aber so müde, dass er sich erstmal hinlegen musste um neue Energie zu tanken. Als er am nächsten Tag aufwachte war es bereits Mittag und er hatte tatsächlich den halben Tag verschlafen. „So ein Ärger“ „Jetzt muss ich aber loslegen“ „Ich will zumindest heute die Skizze fertigstellen“ Also zeichnete er, radierte, zeichnete erneut und radierte erneut. Er verbrachte viel Zeit mit zeichnen und radieren, aber so war er nun mal, wenn er etwas machte, dann sollte es auch perfekt werden. Und das war es dann auch. Fridolin hatte die Zeichnung für seinen Flügelanzug fertig! Und er war sehr zufrieden damit. „Das wird funktionieren!“ „Morgen mache ich mich an das Gestell.“ Und so war es auch. Am nächsten Tag in der früh, alle anderen Papageien schliefen noch, fing Fridolin an die erste Äste zu schneiden und sie mit Lianen zu verbinden. Es lief genau so, wie er es sich ausgedacht und skizziert hat. Es lief einfach perfekt! „OK, dann will ich das Gestell mal anprobieren und testen, ob ich mich damit bewegen kann.“ Und welch eine Überraschung, dass Gestell passte wie angegossen und somit brauchte er nur noch die Blätter mit dem Saft einfärben und anschließend an das Gestell kleben. Auch dies meisterte er mit Bravur und war schneller fertig als er eigentlich dachte. Fridolin war fertig! Er hatte sich tatsächlich seinen eigenen Flügelanzug gebaut und war nun bereit auf den höchsten Baum zu klettern und das erste Mal in seinem Leben zu fliegen. Voller Tatendrang hüpfte und kletterte er also von Ast zu Ast die Bäume hoch, um die beste Position für seinen Absrprung zu finden. Er war ungefähr auf der Hälfte des Baumes als er durch ein Loch im Blätterkleid einen freien Ast sah, der geradezu einladend war. „Da springe ich ab und werde fliegen“ sprach er zu sich selbst und konnte es kaum erwarten, endlich fliegen zu können. Als er aber gerade dabei war, sich mit seinem Schnabel an einem Ast hoch zu ziehen, spürte er einen Flügelschlag auf seinem Rücken und hörte die Worte: „Was wird das denn?“ Es war Harry, der ihn schon den ganzen Tag suchte. „da bist du ja, wo hast du dich denn nur versteckt? und was ist das für ein Gewand das du da trägst?“ „Ich werde heute fliegen! Ich werde fliegen wie ein echter Papagei!“ „Mit diesem Teil das du da trägst? Das funktioniert doch niemals. Du wirst dir alle Knochen brechen!“ „Flügel weg! Ich habe eine Mission.“ war seine kurze und knackige Antwort. Und Harry kannte seinen Kumpel nur zu gut das er wusste, wenn Fridolin so spricht, dann ist er nicht aufzuhalten! „Aber lass mich wenigstens mitkommen. Ich will dabei sein, wenn du deinen ersten Flug machst!“ Fridolin willigte ein und somit krakselten die beiden zum dem Ast, den Fridolin von weiter unten als den perfekten Absprungsort auserwählt hatte. Bis sie am Ziel waren dauerte es dann doch etwas länger als erwartet, da Harry lieber quatschen als klettern wollte und immer mal wieder eine Pause einlegen musste. Aber nun war es soweit. Sie standen am Ast. Die Lücke direkt vor ihnen. Sie konnten direkt durch das Baumkleid schauen. Fridolin ging mit mutigen Schritten zum Ende des Astes. Harry am Anfang des Baumes, alle Federn drückend, dass auch nichts schief geht und dann stand er da. Fridolin ist am Ende des Astes angekommen und könnte direkt abspringen. Aber er dreht sich nochmal zu seinem Kumpel Harry um, ruft ihm zu „Hell Yeah“ und springt ab. Er reist seine nackten Flügel hoch die das Gestall dann ebenfalls in die Luft reißen. Die eingefärbten Blätter flattern durch den Wind und Fridolin schwebt wie ein echter Papagei durch die Luft. Durch die Thermik der Luft kann er sogar aufsteigen und gewinnt an Höhe. Harry ist sofort von dem Ast abgesprungen um mit seinem Kumpel gemeinsam durch die Lüfte zu schweben. Singend und jauchzend fliegen sie gemeinsam umher und sind dabei so laut, dass alle anderen Papageien es ebenfalls mitkriegen. Dem ersten fällt auf, dass es doch der Fridolin sein muss, der da fliegt und fliegt sofort los um mit den beiden gemeinsam zu fliegen. Nach und nach macht es die Runde und immer mehr Papageien gesellen sich dazu bis am Ende das gesamte Papageinvolk gemeinsam mit Fridolin durch die Lüfte schwebt. Irgendwann muss Fridolin dann wieder auf den Boden, da sein Gestell doch sehr schwer ist. Am Boden angekommen zieht er sein Gestell aus, Harry kommt zu ihm und sagt: „Mensch Fridolin, dass war einsame Spitze! Ab jetzt fliegen wir nur noch gemeinsam!“ Darauf antwortet Fridolin: „Ja, das machen wir, und wir bauen noch viele weitere Flugmaschinen.„
